Samstag, 26. Januar 2008

Eine kleine Geschichte

Ein Januarmorgen. Ich wache auf, es ist kalt und noch dunkel draußen. Ich schaue auf den Wecker. Vor einigen Jahren war das noch meine Zeit zum Aufstehen, aber seit die SPD den Flughafenausbau gestoppt hat und mein Arbeitgeber deswegen zumachen musste, kann ich morgens ausschlafen. Eigentlich müsste ich eher sagen „könnte ich ausschlafen". Die 68 riesigen Windräder hinter dem Haus, die Rot-Rot-Grün nach der damaligen Wahl jedem hessischen Kreis und jeder Stadt aufgedrückt hat, machen einen Höllenlärm. An Schlafen ist da eher nicht zu denken. Nicht nur der Lärm nervt, auch die Strompreise haben sich seither verdreifacht, weswegen ich lieber das Licht auslasse. Mein Fuß, den ich mir gestern im Dunkeln angestoßen habe, tut noch immer höllisch weh.

Ein wenig später, als ich am Frühstückstisch sitze, klingelt es an der Tür. Ich wundere mich unsere Jüngste zu sehen. „Papa, Schule ist heute wieder ausgefallen. Die Lehrerin ist immer noch krank", ruft sie mir fröhlich entgegen und verschwindet im Kinderzimmer. Kopfschüttelnd wende ich mich wieder der Tageszeitung zu. Eigentlich hatten wir ja alle gedacht, dass der Unterrichtsausfall beseitigt war und es genug Lehrer und Ersatzlehrer, auch für kurzfristige Engpässe gegeben hat. Aber seit die SPD alle Erfolge der damaligen CDU-Regierung, wie die Unterrichtsgarantie, heimlich wieder zurückgedreht hat, müssen wir Eltern uns eben wieder umstellen und die Kinder tauchen auch mal wieder unerwartet zu Hause auf.

Gleich halb 11. Unser Großer rumpelt aus dem Bad und schlurft lustlos an mir vorbei. „Guten Morgen" rufe ich ihm hinterher, während er den Briefkasten an der Haustür öffnet. „Wieder nur Absagen", knurrt er und wirft einige Umschläge auf den Zeitungsstapel im Flur. Darüber ärgere ich mich wirklich. Eigentlich hätte er das Zeug zum Gymnasium gehabt und wollte danach immer eine Ausbildung bei dem Elektronikunternehmen in der Nachbarschaft machen. Aber zum einen nehmen viele große Unternehmen lieber Auszubildende aus benachbarten Bundesländern, die einen „richtigen" Gymnasialabschluss haben. „Seien Sie uns nicht böse, aber seit die Einheitsschule durch die SPD-Regierung in Hessen eingeführt wurde, ist das Bildungsniveau dramatisch gesunken", hat mir neulich ein Unternehmer gesagt, den ich nach den Gründen für die Absage gefragt hatte. Was will man da erwidern!? Zum andern haben leider auch viele Unternehmen wegen der verschlechterten Rahmenbedingungen ohnehin die Ausbildungsplätze reduziert. Eine Folge der verrückten Forderungen der SED-PDS-Nachfolgepartei „Die Linke", mit denen SPD und Grüne nun in Hessen regieren. Andernorts schüttelt man über Hessen nur den Kopf. „Ihr wart doch mal Spitzenreiter in allen wichtigen Bereichen. Warum habt ihr Euch nur solche Chaoten da vorne hingewählt", hat mir neulich ein Schulfreund aus Thüringen gesagt und mich dabei verständnislos angeschaut. Ich muss zugeben, dass ich mich das inzwischen öfter frage.

In diesem Moment kommt meine Frau mit ärgerlicher Miene die Tür rein. „Rate mal, was schon wieder passiert ist", fragt sie mich, während unser Hund sich den Schneematsch aus dem Fell schüttelt. Ich sehe sie ratlos an, aber noch bevor ich etwas sagen kann platzt es aus ihr heraus: „Arshloch". Jemand hat uns rundherum „Arshloch" ins Auto gekratzt!".

Auch wenn wir es inzwischen nur noch selten benutzen, seit SPD und Grüne die Mittel für den Straßenbau so zusammengestrichen haben, dass Hessens Straßen Schlaglochpisten gleichen, spüre ich Wut in mir hochsteigen. Das waren bestimmt die Kerle, die jeden Abend an der Ecke rumlungern und denen ich freundlich aber bestimmt gesagt habe, dass sie nicht jede Nacht die Bierflaschen dort zerschmeißen sollen. Die Polizei kann nichts machen. „Darum können wir uns nicht kümmern", hat man mir am Telefon gesagt. „Die SPD hat zwar jede Menge Polizisten auf dem Papier versprochen, aber jede dritte Stelle ist unbesetzt", hat der Beamte resigniert zugegeben. Das erinnert mich fatal an die Zeiten bevor die CDU 1999 an die Regierung kam. Danach war Hessen sogar für einige Jahre Spitzenreiter in Sachen Sicherheit in Deutschland. Wir hatten die höchste Aufklärungsquote und die Bürger konnten sich sicher fühlen. Mit Wehmut blicke ich zurück. Wenn ich mir das heute so anschaue, dann gibt die Polizei ein jämmerliches Bild ab. Die letzten Streifenwagen oder Ausrüstung stammen noch aus der CDU-Regierungszeit. Überhaupt ist es schlimmer geworden, seit die Straftäter nicht mehr hinter Schloss und Riegel kommen, sondern Ypsilanti, Al-Wazir und die Altkommunisten den sogenannten „offenen Vollzug" eingeführt haben. Unsere älteren Nachbarn trauen sich kaum noch aus dem Haus. „Arshloch", ich kann es immer noch nicht fassen. Dabei hatte die CDU so erfolgreich Deutschkurse vor der Einschulung eingeführt, die Hauptschule gestärkt und unheimlich vielen zu einem Schulabschluss verholfen, den sie früher nicht geschafft hätten. Ein Ausbildungsplatz und Arbeitsplatz war danach für viele drin. Warum Ypsilanti und Al-Wazir das abgeschafft haben, verstehen auch in unserm Freundeskreis die wenigsten. Während ich mich noch darüber ärgere klingelt es wieder… und klingelt…

Ich mache langsam die Augen auf und schaue auf den Wecker. Gleich halb 8. Ich schaue aus dem Fenster, die Sonne scheint. Keim Brummen der Rotoren… ich bin irritiert. Da kommt meine Tochter mit ihrem Teddybär die Türe herein. „Mama, Papa ich hab euch den Wecker gestellt. Ihr müsst doch heute wählen gehen". Ich reibe mir die Augen und versuche mich zurechtzufinden. Bei einem Blick auf den Kalender werde ich wach. 27. Januar 2008. Ich hatte mir Landtagswahl darauf notiert. „Puh, was für ein Glück, nur schlecht geträumt" denke ich mir. Der Schreck sitzt mir trotzdem noch in den Gliedern, aber noch ist es ja nicht zu spät. Noch während ich mit meiner Familie am Frühstückstisch sitze, tippe ich die ersten SMS an Freunde, Kollegen und Verwandte: „Damit es kein böses Erwachen gibt:

Wählen gehen nicht vergessen. Hessen muss Spitze bleiben. Mit Roland Koch und der CDU".


Die kleine Geschichte habe ich heute per E-Mail bekommen. Da kann ich auch nur sagen: Wählen gehen und beide Kreuze bei der CDU machen...

Kommentare:

Christian hat gesagt…

Ich musste einen Kommentar aus Vorsicht löschen, da ein Markenname als Kommentarname von einem unbekannten Kommentarschreiber/in verwendet wurde. Ich habe aus vorsicht den Kommentar in dieser Form hier veröffentlicht.

Der Inhalt war:

R...hilde hat am 27.Januar 2008 22:05 geschrieben

Ja, ja, was man nicht so alles per Mail zugeschickt bekommt. Ich empfehle da eine bessere Einstellung des Spam-Filters, hält schon das Gröbste ab, das Ding...
Grüße ins schöne schwarze Fulda aus der rauhen, wilden Rhön, wo Fuchs und Hase noch persönlich dafür sorgen, dass die Spam-Filter funktionieren ;-)

PS.:mal sehen, was die Spam-Filter der übrigen Hessen durchgelassen haben ;-)

Christian hat gesagt…

Naja liebe R...hilde,

Spamfilter sind wirklich sinnvoll. Aber die kleine Geschichte ist wirklich interessant zu lesen, da sie ja die Themen aufgreift, die die SPD in Hessen umsetzen möchte. Mal schauen wie sich die Verhandlungen auf der Landesebene entwickeln und wie viel dann von der Geschichte möglicherweiße real wird.

Ich frage mich was wohl Fuchs und Hase in der Rhön über "Windkraftmonster" im Biosphärenreservat denken.