Sonntag, 4. Mai 2008

Birkhühner in der Rhön

"Stirbt das Birkhuhn aus?" kann man als Schlagseite bei der Fuldaer Zeitung lesen. In dem Artikel wird von der Frühjahrszählung der Hähne in der letzten Woche berichtet. Die Zählung ist immer im Frühjahr oder Herbst, da bei hohem Gras das Birkwild nicht zu finden ist.
Bei der Zählung sind nur noch sieben Hähne gezählt worden. Da man von einem Verhältnis Hahn-Henne von 1:1 ausgehen kann, sind nicht mehr viele Tiere in der Rhön.

Man sollte also davon ausgehen, dass wenn nichts unternommen wird, die Population in der Rhön verschwinden wird.

Gestern morgen fand die Beobachtungung von Birkwild in der Rhön statt. Ich habe an dieser Veranstaltung, die vom Arbeitskreis Jagd- und Forstwesen der CDU Kreistagsfraktion Fulda durchgeführt wurde, teilgenommen. Über den Jaiku Fulda Channel hatte man auch die Möglichkeit immer wieder ein paar Informationen zu der Beobachtungstour direkt lesen zu können.

Um 3 Uhr früh hieß es raus aus den Federn, denn um 4 Uhr morgens war der Treffpunkt vor der CDU Kreisgeschäftsstelle in Fulda. Von dort ging es mit Kleinbussen, die von den Herren Sauer gefahren wurden, in die Rhön.

Am Schwarzen Moor, unserem ersten Anlaufpunkt für die Suche nach Birkwild, hatte sich unsere Gruppe, die aus Kreistagsmitgliedern und interessierten Menschen aus der Region Fulda bestand, mit Torsten Kirchner von der Wildland Stiftung Bayern getroffen. Er war an diesem Morgen unser Führer auf der Suche nach den Hähnen, denn nur diese sind wirklich zu Beobachten. Die Hennen sind so gut wie unsichtbar.

Nach einer kleinen Einführung von Herrn Sauer begrüßte der Arbeitskreisvorsitzende Josef Röll die Teilnehmer - unter ihnen auch Landtagsabgeordneter Dr. Norbert Herr - der Beobachtungstour.

Zu Fuß ging es vom Parkplatz am Schwarzen Moor dann zu dem neu errichteten Turm auf der bayrischen Seite des Biosphährenreservats. Er hat eine Höne von 16 Metern. Die Baumaßnahme des Turms mitten im Moor hat ca. 230.000 Euro gekostet.

Das Schwarze Moor ist eines der Besuchermagnete in der Rhön. Es war sehr schön die Dämmerung, die Geräusche der Natur und die Ruhe einmal erleben zu können, bevor die ca. 6000 Besucher pro Tag am Schwarzen Moor dort unterwegs sind. Auch mit dem Wetter hatten wir sehr Glück. Bei in der Regel 270 Nebeltagen in der Rhön und einer Jahresdurchschnittstemperatur von 5 Grad hatten wir einen sehr angenehmen Tag erwischt.

Es war relativ warm schon in diesen frühen Morgenstunden, die Dämmerung hatte begonnen und es war nichts von Nebel zu sehen. Ideale Bedingungen für die Suche nach den Hähnen.

Auf dem Turm dann haben wir leider keine Hähne sehen können. Dafür war es möglich das Moor und die fantastische Landschaft der Hohen Rhön zu genießen.

Im Anschluss an das Schwarze Moor ging es mit den Bussen zu weiteren Beobachtungspunkten der Birkhühner. Ich möchte mich hier kurz bei dem Jäger, der auf seinem Hochsitz durch uns gestört wurde, im Namen der ganzen Beobachtungstruppe entschuldigen. Es hatte sich aber gelohnt, denn an einer dieser anderen Stellen hatten wir Erfolg bei der Sichtung.

Früher war es bestimmt noch einfacher Birkhühner zu sehen. Wie man bei den Erklärungen zum Birkwild in der Rhön erfahren konnte, gab es zu Spitzenzeiten ca. 350 Hähne. Laut Bericht von Herrn Kirchner gibt es ein Foto, dass ca. 190 Hähne bei der Balz am Heidelstein zeigt.

Meiner Meinung nach sollte der geplante Versuch, den genetischen Bestand der Rhöner Birkhühner durch eine Auswilderung von skandinavischen Tieren, die naturnah aufgezogen worden sind, unterstützt werden. Birkhühner sind sehr soziale Tiere und die "Neuen" könnten sich durch die "Alten" gut integrieren im Biosphärenreservat Rhön. Auf jeden Fall könnte man so die Frage nach der Genetik als Problem für die stagnierende Birkwildanzahl ausschließen.

Nach unserer erfolgreichen Beobachtungstour, in der wir drei der sieben Hähne gesehen hatten, kehrten wir im Anschluss im Jagdschloss Holzberg ein.

Hier im Holzberghof gab es ein leckeres Frühstück und in kleiner Runde konnte man sich noch über die Rhön, das Birkwild und weitere interessante Themen austauschen.

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